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«Sauberes» Internet an der Dehm-Schule PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von © SCHWABACHER TAGBLATT   
Wednesday, 24 June 2009
 
Neuer Schutzfilter gegen Gewalt und Pornografie - Auch für Eltern erhältlich
  
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Gewalt, Extremismus, Pornografie, Drogen: Das Internet ist voll davon. Aber nicht mehr an der Schwabacher Karl-Dehm-Schule. Sie ist eine Pilotschule für ein sauberes Internet. Seit einem halben Jahr ist der effektive «Schulfilter plus» installiert, der die meisten einschlägigen Seiten sperrt. Ein Vorbild für andere Schulen - und für Eltern, die die moderne Technik für nur 20 Euro auch zu Hause installieren können.

SCHWABACH (gw) - Wie die Schüler reagiert haben? «Einer hat gesagt: Ich will nicht mehr in den Computerraum, jetzt ist ja der Spaßfaktor weg», erzählt Jörg Schreiber, Lehrer und Systembetreuer an der Karl-Dehm-Schule. Ein launiger Spruch zu einem ernsten Thema. «Ich rede die Schüler nicht schlecht. Es ist nicht so, dass alle ständig Gewaltspiele spielen. Das ist keineswegs typisch», betont Schreiber. Und doch nimmt man den Jugendschutz auch im Internet ernst.

Die zunächst kostenlose Möglichkeit dazu bot die gemeinnützige Berliner Organisation «Time für Kids», die eng mit Kultusministerien zusammenarbeitet. «Unser Programm Schulfilter plus sperrt zum Beispiel 95 Prozent der Pornoseiten, von denen es rund eine Milliarde im Internet gibt», erklärte Time-Geschäftsführer Andreas Klett gestern bei der Vorstellung des Projekts.

Sinnvollen Umgang lernen

Doch die Schule abzuschotten, ist nur er der erste Schritt. «Das Wichtigste ist, den Kindern zu zeigen, wie man sinnvoll das Internet nutzen kann. Etwa bei der Recherche», betont Schreiber. «Wir müssen die Medienerziehung als ganz konkreten Auftrag verstehen», sagt auch Rosemarie Kohnen, die Leiterin des Schulamtes Roth-Schwabach. Hans-Jürgen Fulde, Rektor der Dehm-Schule, wird deshalb im Oktober zu einem Elternabend einladen: «Schutz vor den Gefahren im Internet muss auch die Kinderzimmer erreichen.»

Dabei geht es aber nicht nur um politischen Extremismus oder nackte Haut. Selbst vermeintlich harmlose Internet-Seiten wie das beliebte «Schüler VZ» sind keineswegs unproblematisch. Stichwort Cyber-Mobbing. «Das Mobbing greift im Internet um sich», weiß Jörg Schreiber.

Schüler wie die 15-jährigen Keshia, Moritz, Rene und Martin, die die Filter-Funktion im Computerraum demonstrierten, sind alle regelmäßige Internetnutzer. Chatten und Spiele seien besonders beliebt. Alle vier sind überzeugt, ihr eigenes Internetverhalten gut im Griff zu haben. «Wenn man stundenlang davor sitzt, macht’s ja auch keinen Spaß mehr», sagt Rene.

Für viele aber ist das Internet längst zu einer Sucht geworden. Harald Hübner vom Jugendamt überlegt, ob ein Filter nicht auch für die Jugendtreffs sinnvoll wäre.

Für Schulen kostet ein Filter 145 Euro pro Jahr, für Eltern nur 20. «Am Geld soll’s nicht scheitern», stellt OB Matthias Thürauf als Schirmherr des Projekts Zuschüsse für sozial schwache Familien in Aussicht.

Weitere Infos unter der Info-Hotline (030) 29 36 98 90 oder im Internet: www.tfk-foundation.de
24.6.2009
 
  © SCHWABACHER TAGBLATT, Foto: Wilhelm
 
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